Slow travel mit Edith Werner
Edith Werners Momentaufnahmen handeln vom Schweigen und vom Reden. Schweigend nimmt Laurent Semanza das Urteil des Internationalen Gerichtshofs für den Völkermord an den Tutsi auf. Wohltuendes Schweigen herrscht beim Dorfdoktor in Burma und bei der Meditation im Zenkloster. In den meisten Kurzreportagen steht ein Gespräch im Mittelpunkt. Im Dialog entfaltet sich eine Lebensgeschichte. Mit der Meeresforscherin erleben wir, wie es ist, am Ende der Welt zuhause zu sein, mit dem malaiischen Arzt schlendern wir durch seine Heimatstadt am Südchinesischen Meer und das Township in Kapstadt sehen wir mit den Augen seiner Bewohnerin.

Vorschau:
Auf dem breiten Bürgersteig der Avenida Jimenez zwischen der 6. und der 7. Straße im Zentrum von Bogotà scheint eine Versammlung stattzufinden. Überall stehen Gruppen von Männern zusammen, nur wenige Frauen darunter. Beim Näherkommen sehe ich, dass manche kleine weiße Papiere in der Hand halten, die sie anderen Männern zeigen. Meine Phantasie rast. Ich habe zu viel äber Kolumbiens Drogenkriege gelesen, um nicht zu wissen, dass es eine der Hochburgen des Drogenhandels ist. Aber gehen da wirklich mitten am Tage, auf offener Straße, Briefchen mit dem weißen Pulver von Hand zu Hand? Ich kann es kaum glauben. Allmählich wage ich mich näher heran. Da sehe ich grünes Feuer aufblitzen. Wo ein Sonnenstrahl hinfällt, lässt er in den Händen zwischen den Papierstückchen ein Leuchten entstehen. Es ist das intensivste, reinste Grün. Smaragdgrün. Ich befinde mich mitten in Bogotas täglicher Smaragdbörse.

223 Seiten, gebunden, Illustrationen
ISBN978-3-95632-125-2
WiesenburgVerlag 2014
19,80 € (D)

Erhältlich im Buchhandel, beim Wiesenburg Verlag und bei Amazon.de
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